BLITZSTEIN Anton

Mein Name ist Anton Blitzstein ich bin 1959 in Wien geboren. Meine Kindheit verbrachte ich mit vielen Tieren. Danach absolvierte ich die Sonderschule für Menschen mit Behinderung in Wien. Anschließend arbeitete ich in verschiedenen Werkstätten bei Jugend am Werk bis ich eines Tages das Malen und Schreiben für mich entdeckte. Mein Wunsch für die Zukunft wäre die Ausbildung zum Kunst-Kurator machen zu dürfen um mich selbst kuratieren zu können.

Anton

Homepage von Anton Blitzstein:

https://anton-blitzstein-modern-art.webnode.at/

Suchbegriffe:

  • Prosa
  • Tiere
  • Fantasie
  • Wien

Texte:

Architektur Utopien & Gotteshäuser (Ehrenliste 2026)

Es war 1981, als ich gerade versuchte, gemeinsam mit einem Freund ein kleines Geschäft zu eröffnen. Bei einem Überfall wurde mein Freund Franz durch einen Kopfschuss niedergestreckt, ich selbst kam mit einem Bauchstich davon. In einer Notoperation wurde ich wieder zusammengeflickt und musste später noch weitere fünf Operationen über mich ergehen lassen, bis ich einigermaßen geheilt entlassen werden konnte. Doch nicht nur meine Bauchdecke hatte seit jenem Zwischenfall größere Narben davon getragen, auch meine Seele war in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass ich mich in ständige psychiatrische Behandlung begeben musste.

Arbeitslos, von der Gesellschaft geächtet, flüchtete ich in meine eigene Wirklichkeit, in der ich mich mit Vorliebe mit außerirdischen Lebensformen beschäftigte. Einige Monate später in einer Vollmondnacht hatte ich das erste Mal richtigen Kontakt mit außerirdischen Lebensformen. In einer Waldlichtung erblickte ich seltsame Wesen, die sich ungewöhnlich bewegten. Sie hatten einen Körper aus Licht, fast herzförmige Köpfe, einen Rüssel, vier Ohren, pfotenähnliche Hände sowie einen Schwanz, der mich an eine Kuh erinnerte, weshalb ich diese Wesen später als

Mondkälber bezeichnete.

Einige Monate später wiederholte sich diese seltsame Begegnung. Als ich versuchte mit Freunden darüber zu sprechen, landete ich abermals in der Psychiatrie, wo ich verschiedenen Psychiatern mein Erlebnis erzählte, doch die Ärzte meinten, es handle sich um eine Art Halluzination und verschrieben mir Psychopharmaka. Doch wegen der starken Nebenwirkungen ging es mir damit nicht gut und es gelang mir, die Therapeuten dazu zu bewegen, die Medikamente wieder abzusetzen.

Seitdem habe ich gelernt, mit den Mondkälbern zu leben, und ich habe sie sehr liebgewonnen. Denn ich weiß, dass sie geistig viel weiterentwickelt, sind als die Menschen und ausschließlich auf die Erde gekommen sind, um uns zu helfen und uns ihre Liebe zu schenken. Leider hatte ich bei meinen Begegnungen mit den Mondkälbern nie einen Fotoapparat dabei, so dass ich ihr Aussehen nur zeichnerisch festhalten konnte.

Ganz Paris träumt von der Liebe (Ehrenliste 2008)

Die Zukunft spaziert durch das

Planetenhaus, ein Affenschwanz hängt ihr

aus dem Mund, sie schmeißt sich selbst

zum Fenster raus, den sie ist rosarot und

außen Kerngesund.

 

Der Sohn des Fleischermeisters

 

Mein Vater, der mich seinerzeit auf einem Fleischertisch gezeugt hatte, wurde später

zur Strafe dafür von einem Stier getötet. Ich verlebte die ersten Jahre meiner Kindheit

also bei meiner senilen, schwerhörigen Großmutter, die mir alle meine Wünsche von

den Lippen ablas und immer das Gegenteil davon erfüllte. Als meine Großmutter

ebenfalls verstorben war, kam ich mit einer geerbten Fleischhauerei als Mitgift zu

Pflegeeltern, die sich nicht wenig wunderten, als ich bereits im Volksschulalter 

beschloss, Vegetarier zu werden. Als ich mich auch später als Erwachsener weigerte 

Tiere zu töten, um sie zu Würsten zu verarbeiten, gab es für mich nur noch die

Psychiatrie. Der Rest meines Lebens ist bereits bekannt. 

 

Mein Schweigen ist ein körperloses Tier

 

Die frierende Seele schmiegt sich an kalten Beton.

In den Gesichtern der Menschen lauert Spott und

Hohn. Du trägst dein Gefrierfleisch eilig durch das

Land und frisst den süßen Köder der Meute aus der

Hand.

 

Freischwebende Achtsamkeit

 

In die Schwerelosigkeit des Weltraumes errichten die Mondkälber ihre Gebäude aus

Farben. Rund um einen Planeten, der ihnen von innen her Licht spendet, schlängeln

Sich unzählige Städte und Straßen. Jedes Haus ist der geistigen Größe seiner 

Bewohner genau angepasst und sitzt wie eine zweite Haut auf seiner Seele. Es wäre

unfein, die genaue Ausstattung ihrer Innenräume zu beschreiben, da ich nicht weiß,

ob sie damit einverstanden sind. Es sei jedoch erwähnt, dass sich jedes Zimmer

unaufhörlich ihren Bedürfnissen anpasst und verändert. Die Mondkälber tragen das 

Universum als Chaos in sich und leben allein für den Tag, an dem ihnen die große

Erleuchtung zu Teil wird.